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Der Rest erst mal ohne Worte, nur noch die Meldung über den unverhofften Erfolg, einen Laden mit WEIN, dem guten, ehrlichen, indischen SULA-Wein, gefunden zu haben ! Fast so gut wie der von Frau Hurz erträumte Champagner ! Herr Flott kehrt ob der erzielten Erfolge stolz und frohgemut in unser Camping-Industriegebiet zurück - und zündet den Grill an !
Soviele kieloben treibende Fische im Bassin wirken nicht wirklich wie frischer irischer Wildlachs ....
 
... und das Angebot auf den Tischen flutscht entweder durch den Grillrost oder ... wie auch immer, heute also kein Fisch .....
 
 
         Aber morgen ist DAS unser Mann !
                         ZIEGE !!
 ... zumal von der anderen Seite der plaza schon Fischer´s Fritzens winken ! Also nun der Lachs !
Ja, hier gibt´s zwar Schwein, aber sooo lecker kann es dann doch tatsächlich und wirklich nicht sein ....
Die farbenprächtigen Gewürzeimer sind zwar echte Hingucker, noch attraktiver ist aber das Schild oberhalb diese Standes : Schweineschnitzel ??!!
Und dann das Einkaufszentrum ....
Und noch am Wegesrand geht´s los ! (Die zartbesaiteten Käufer von sterilverpackter Hähnchenbrust aus der HIT-Fleischtheke schauen jetzt mal weg !): Steak gibt´s im Land der heiligen Rinder natürlich nicht, also Chicken lebend aus dem Käfig gegriffen, Kehle durch, zum zappelnden Ausbluten in die blaue Tonne, mit 2,3 kräftigen Griffen Haut mit Federn abgezogen (ist zwar ökonomischer als Rupfen, aber es bleibt keine knusprige Grillhaut), 2 Euro pro Kilo, ohne Salmonellen !
Herr Flott trägt einen langen, detaillierten, von Frau Hurzens Fieberträumen diktierten Wunscheinkaufszettel in der Hosentasche : Steak, Lachs, Champagner ....
Bis es aber tatsächlich SOWEIT ist, richten wir uns erst einmal an diesem neuen Plätzken ein : Herr Flott geht einkaufen, da Frau Hurz smoggeschwächt (in Delhi wabert das 45-fache der von der UNESCO gerade noch für tolerabel erklärten Grenzwerte durch die "Luft") danieder liegt. Der Weg aus dem Industriegebiet zu dem in 3 km entfernten Einkaufszentrum beginnt indisch-romantisch...
Erstens gäbe es da einen (in natura nicht erkennbaren) Schnitt. Hm, ... interessante Diagnose, ... wo wir doch Conti India rechtzeitig angeboten hatten, das Schadensbild bei uns vor Ort zu besichtigen, wir sind doch nur, für indische Verhältnisse lächerliche, 100 km vom Conti-Standort entfernt ! Zweite potentielle Ursache : Überladung ! Wir haben allen Contis mit-geteilt, dass unser truck 9 Tonnen wiegt ! GESAMT ! NICHT pro Rad ! Mit exakt diesen Reifen fahren auch Expeditions-mobile mit 12 Tonnen und mehr durch die Gegend, wird die Besitzer sicherlich interessieren - wir haben dann übrigens auch ein Problem mit unserem Zweit-12 to-MAN : da sind auf der Hinterachse noch die eigentlich neuwertigen Conti-Ersatz-reifen der Vorbesitzer drauf, werden wir nach Rückkehr wohl besser direkt austauschen, sicher ist sicher ! (Die Contis auf der Vorderachse haben wir übrigens mit einer Laufleistung von nur 40 tkm unmittelbar nach Fahrzeugübernahme auf Anraten unseres MAN Werkstattmeisters ausgetauscht - wegen zu starker Vibrationen ! Gegen Michelins - die vibrieren nämlich auch nach 80 tkm nicht !) Und die max load der Contis beträgt nominell laut Aufdruck : 7830 Pfund = 3915 kg
= 3,9 Tonnen. Jeder Reifen ! Soviel zum Thema "overload" als Schadensursache !
Wir werden übrigens diese auch für andere Reisende hochinteressanten Offenbarungen möglichst flächendeckend in allen uns zugänglichen nationalen und internationalen Foren verbreiten - und das Gelächter wird wohl bis in´s Büro des Conti Vorstandsvorsitzenden schallen ....
 
Ach ja, abschliessend noch die überraschende  "conclusion" : kein Anspruch auf Schadensregulierung ! Klar doch ....
 
Wurde schon erwähnt, dass wir in über 15 Jahren auf allen möglichen On- und Offroad- Fahrten von scharfkantiger isländischer Lava bis ichweissnichtwas NIE ein Reifenproblem mit unseren Michelin XZL hatten ? Nur mal so ....
 
Und wenn wir nun gaaaanz leicht ins Ätzende abgleiten, hat das wohl seine (vielleicht nachvollziehbare) Ursache in der bisher zu verzeichnenden Reaktion von Conti Deutschland : Per 07.11.2017 wurde noch ein breit gespreizter Artikel unter der Überschrift "Continental kämpft gegen Plagiate" mit CEO-Bild veröffentlicht. Mit diesem Bezug haben wir unseren Fall an die in diesem Beitrag genannte verantwortliche Abteilung "prkonzern@conti.de", namentlich an Frau Lewe und Herrn Boekhoff, gemailt in der Annahme, dass ein unter fettem Conti-Logo agierender Betrüger ähnlich schädlich für die Reputation eines deutschen Weltkonzerns (und somit ähnlich interessant für die Wahrung immaterieller Werte wie Verlässlichkeit und Verantwortlichkeit) sein müsste, wie ein "Plagiator". Die Antwort einer Frau Metzenbauer (Executive Assistant Corporate Communications & Public Affairs) auf Englisch auf unsere als Deutsche auf Deutsch übermittelten Informationen : "Da wir als Corporate Communications Ihnen nicht helfen können, muss ich unter unseren mehr als 230.000 Angestellten die verantwortliche Person heraussuchen. Ich bitte um ihr Verständnis, dass dies eine Weile dauert." ----
 
Ja, das versteht Herr Flott natürlich sofort, dass ein deutscher Weltkonzern sich auf grosskotzig-weltmännisch-englisch und quasi indisch-unorganisiert gerieren und  hinter einer 230.000 Mitarbeiter starken Wand verschanzen muss, anstatt deutsch-organisiert zu bekennen, dass ihm ein einzelner Kunde im Beschwerdefall stumpf am A.... vorbei geht ! Auf Contis homepage findet man übrigens corporate identity- Bekenntnisse zu allem möglichen - nur Kunden finden da nicht statt ! - Und daraufhin hat Herr Flott natürlich das "dauert eine Weile" hurz durchgerechnet : bei einem Aufwand von nur 3 Sekunden pro hinsichtlich seiner Verantwortung zu befragendem Mitarbeiter betrüge diese Weile schlappe 192 Stunden oder 24 Arbeitstage - und dann ist :       WEIHNACHTEN  !!!
Und ob dieses deutsch-perfekt organisierten timings sind wir natürlich nachhaltig beeindruckt und grenzenlos optimistisch, einen fetten Continental-Scheck unterm Weihnachtsbaum vorzufinden - odderrrr?
Und nein ! Das ist nicht unser MAN ! Aber wer schon den Teufel an die Stossstange malt ... Wir bleiben besser bei unseren Schutzengeln !
 
An dieser Stelle lässt sich vielleicht ein kurzer Zwischenstand unserer Kommunikation mit Continental einflechten : Nach erster Funkstille sowohl in D als auch in Indien erreicht uns ein Schadensunter-suchungsbericht (basierend auf den unsererseits übersandten Fotos !) mit interessanten Erkenntnissen, Unterstellungen und Feststellungen :
 
Unsere Reifen sind TATSÄCHLICH Made in Germany (NICHT China) ! By Continental ! Allerdings sind die DOT-Nummern gefälscht worden und diese Reifen nicht aus 2016 (wie vom AUTHORISIERTEN Conti-Händler in Lahore behauptet), sondern mindestens 9 Jahre alt ! Was zwar hinreichend betrügerisch ist, aber sind Conti MPT darauf designt, nicht älter als, sagen wir, 5 Jahre benutzt werden zu dürfen ? Soweit der (nicht nur) für uns durchaus interessante Erkenntnisteil, wir kommen zu den per Fernfotodiagnose ermittelten Versagensursachen :
Und nach nur 7 Stunden (mit erzwungenen Wartezeiten wg smogbe-dingtem Fahrverbot für trucks) auf einem weiten Bogen westlich rund um Delhi herum landen wir spätabends 40 km südwestlich der Haupt-stadt bei MAN auf einem fast idyllischen Werkstatthof - je nach Perspektive durchaus mit Campingplatzcharakter !
Tja, und so sieht es dann aus ! Einerseits ein trauriges Bild, andererseits sind wir froh, von diesem zwar zunächst bestmöglichen, aber dann auf Dauer von einer Woche doch dreckigen, lauten, stinkenden Platz weg zu kommen. Und Herr Flott hat auch schon mal wesentlich fröhlicher in die Kamera geschaut !
Tja also, irgendwann hat sich Conti India dann doch bewegt und uns, nach knapp einer Woche am schon beschriebenen Standort, einen echten Tieflader vermittelt ! War in einem sogenannten BRIC-Staat mit Atombombe ein echtes Thema, das wir so gravierend eigentlich erst in Afrika erwartet hätten ! Und bis wir dann tatsächlich transportfähig geladen waren, gab es eine weitere Kostprobe indischer Organisationskompetenz : Auf unsere Nachfrage bei der Spedition, wie denn wohl sein Tieflader aussehen würde (wir erinnern uns an den ersten Versuch), kam der fast beleidigte Hinweis auf die homepage verbunden mit der stolzgeschwellten Ansage, dass wir es doch mit der grössten Spedition Nordindiens zu tun hätten und wer WIR überhaupt wären ! Dies vor dem Hintergrund, dass wir es gewagt hatten, die Anforderung der kompletten Bezahlung des Frachtpreises bereits bei Ankunft des Tiefladers an unserem Standort als wohl eher unüblich zu bezeichnen...Und natürlich hätten wir bei Ankunft Transportfähigkeit vorbereitet zu haben und so weiter...
Mehrere Nachfragen im Laufe des Nachmittags, wann denn dieser Zeitpunkt zu erwarten wäre, endeten in : "tonight" !
Nun denn, als gelernter Deutscher nimmt man eine solche Auskunft, selbst unter Einbeziehung der IST, ansatzweise ernst und möchte natürlich bestmöglich kooperieren ... und bereitet alles auf Abtransport vor (17.00) ... und wartet (21.00) ... und wartet (23.00) ... und fragt höflich nach (ohne Antwort) ... und wartet (Frau Hurz geht zu Bett, 24.00) ... und Herr Flott wartet weiter (01.00) ... und geht dann auch frohgemut schlafen ! Am nächsten Morgen liegt immer noch keine Nachricht der Spedition (fast Weltkonzern mit 450 Fahrzeugen !) vor, Frau Hurz fährt ein weiteres Mal gen Sonipat, um ein weiteres Mal beim weiteren Weltkonzern Airtel unsere SIM-Karte zum ordnungsgemässen Betrieb anzumahnen und ist kaum ins TukTuk eingestiegen, als der Fahrer an die Tür klopft ! Aber jetzt haben wir alle Zeit der Welt, zumal es weder eine Begründung noch ein "sorry" für diese, selbst für indische Verhältnisse bemerkenswerte Schluderei gibt ! Und schliesslich bewegen wir uns dann langsam auf diese ungewohnte Plattform !
19.11.2017
Gestrandet - Teil 2